Gier und Sex hängen zusammen

30.04.2008

Studie: Sexuelle Stimulation lässt Männer finanziell riskanter werden.

Im Gehirn gibt es einen Zusammenhang zwischen finanzieller Risikobereitschaft und sexueller Stimulation. Junge Männer, denen erotische Bilder gezeigt wurden, waren eher zu riskanten Geschäften bereit als bei Bildern mit bedrohlichen oder neutralen Motiven. Die Leiterin der Studie, die Finanzwissenschaftlerin Camelia Kuhnen von der Northwestern University im US-Staat Illinois erklärt das damit, dass es im evolutionären Sinn für Männer sowohl einen Bedarf nach Geld wie nach Frauen gibt. Beide Motive regen den gleichen Bereich im Gehirn an.

Bei ihrem Versuch zeigten Kuhnen und ihre Kollegen 15 jungen Männern erotische Fotos. Daraufhin sollten sie sich bei einem Zufallsspiel für eine von zwei mehr oder weniger risikoreichen Investitionsvarianten entscheiden. Sie konnten entweder einen Dollar oder nur zehn Cent gewinnen. Jeder Proband absolvierte mehr als 50 Runden.

Beobachtet wurden die Probanden unter anderem mittels der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT). Dabei ließ sich zeigen, dass der „nucleus accumbens“, der nahe dem basalen Vorderhirn liegt, bei ihren Entscheidungen eine entscheidende Rolle spielt. Er ist dafür zuständig, was ein Mensch als Freude und Genuss empfindet. Wird er belohnt, wie in diesem Fall mit erotischen Fotos, steigt die Bereitschaft zum Eingehen von Risiken. Das Betrachten von Bildern, die etwa Schlangen und Spinnen zeigen, lässt den nucleus accumbens dagegen kalt.

Die Untersuchung, die in der März-Ausgabe der Fachzeitschrift „NeuroReport“ erschienen ist, offenbart Filmkennern jedoch nichts Neues: Das Credo von Scarface, dem Bösewicht aus dem gleichnamigen Film von Howard Hanks (1932) lautet: „In diesem Land musst du erst Geld machen. Und wenn du Geld hast, hast du Macht. Und wenn du die Macht hast, dann bekommst du die Frauen.“ (tw)

Weitere Informationen:
www.neuroreport.com

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